„Eugenie“ auf der Werft

Nach 15 Jahren war es an der Zeit, die „Eugenie“ aus dem Wasser zu nehmen und ihr Unterwasserschiff zu inspizieren. Mit der Rheinwerft Bingen AG war Montag, der 19. Oktober 09 avisiert. Fünf Clubkameraden V. Worsch und die Rentner D. Schenk, G. Weber, H. Weiland u. H. Fluhrer standen pünktlich um 0830 Uhr am Hafen bereit.

Nachdem der schwere Anker mühsam mit Muskelkraft (Ankermaschine wollte nicht) über die Wasserlinie gehievt worden war, schleppte der „Alter Grebel“ den Schokker kurz nach 0900 Uhr aus dem Hafen. Plötzlich lag dichter Nebel über dem Rhein und die Sonne gab sich alle Mühe die Schwaden zu durchbrechen.

Zu Tal durch das Rüdesheimer Fahrwasser um die Teilungstonne an der Fähre gelangte man dann zur Helling der Werft, wo Herr Schäfer (Betriebsleiter) die Schlitten schon unter Wasser bereit hatte. Mit einem perfekten Manöver bugsierte Günter Weber mit dem „Alter Grebel“ die „Eugenie“ über die Schlitten und Dieter Schenk und Heinz Weiland belegten an den Pollerstäben. Nach 20 Min. war die „Eugenie“ gehellingt und saß hoch und fest auf dem Trocknen.

Nach dem Abstrahlen des Unterwasserschiffes nahm Herr Schäfer eine Bodenmessung mit Ultraschall vor. Leider wurde festgestellt, dass im Bugbereich eine Stelle mit nur noch 2 mm Plattenstärke war. Diese musste mit einer neuen 6 mm Platte aufgedoppelt werden. Beim Umsetzen des Schokkers entdeckte man durch Wassereinbruch eine weitere Stelle im Achterschiff, die ebenfalls aufgedoppelt werden musste. Alles Kosten, mit denen man nicht gerechnet hatte.

Das Unterwasserschiff wurde d.d. Werft 3 mal mit Siberprimocon, das Überwasserschiff von Volker 2 mal mit Bitumenfarbe gestrichen. Ein Borddurchlass mit Kugelhahn für die Toilette und ein neuer Verklicker im Mast stand ebenfalls noch auf dem Arbeitsplan.

Der Zeitplan für alle Arbeiten konnte trotz der „Überraschungen“ eingehalten werden und am Samstag, 24. Oktober um 0930 Uhr wurde die „Eugenie“ wieder ihrem Element übergeben und von der Crew V. Worsch, B. Barocha, H. Weiland, G. Weber, H. Holzapfel und H. Fluhrer in den Rüdesheimer Hafen geschleppt. Dort wurde sie wieder an ihrem gewohnten Platz verankert und zum Stegkopf des RYC verholt.

Diese Arbeiten mit den für den Club verbundenen Kosten waren nach so langer Zeit un-bedingt erforderlich und sind Teil eines Sanierungsprogramms, das seit einigen Wochen unter Einbindung der Jugend schon im Gange ist. Ziel ist ein vollkommenes Refit des Aalschokkers (Baujahr 1927) , innen und außen, der unserer Clubjugend als schwimmen-des Jugendheim im Hafen zur Verfügung stehen soll.

Vor Kopf unseres Mittelschlengels ist der Schokker – früher ein Wahrzeichen der Stadt Rüdesheim –  inzwischen zu einem markanten Aushängeschild unseres Clubs geworden, das nicht nur unsere Gäste begrüßt, sondern auch große Beachtung in der Öffentlichkeit findet.

H.F.

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